Nach Monaten der Zersetzung liegt im unteren Bereich vieler Komposthaufen bereits fertige, dunkle Erde bereit, die nur darauf wartet, in die Beete gebracht zu werden. Reifer Kompost erkennt man an seiner feinen, krümeligen Struktur sowie am angenehmen, erdigen Geruch, der keinerlei Ähnlichkeit mit dem strengeren Geruch frischer Küchenabfälle hat. Wird dieser Kompost jetzt, vor dem Herbst, ausgebracht, profitieren die Beete noch von der Nährstoffgabe, bevor die Pflanzen in die Ruhephase übergehen.
Kompost sieben und ausbringen
Vor dem Ausbringen lohnt es sich, den Kompost grob zu sieben, sodass gröbere, noch nicht ganz zersetzte Stücke zurückbleiben und weiter im Haufen verrotten können. Ein einfaches Sieb aus einem alten Rahmen mit grobem Maschendraht erledigt diese Aufgabe schon zuverlässig, ganz ohne zusätzliche Hilfsmittel. Die feine, gesiebte Erde lässt sich anschließend leicht mit einer Schaufel oder den Händen auf den Beeten verteilen.
Eine dünne Schicht Kompost, oberflächlich mit einem Rechen leicht eingearbeitet, reicht meist schon aus, um dem Boden neue Nährstoffe zuzuführen, ohne die Wurzeln der bestehenden Pflanzen zu stören. Rund um Stauden und Sträucher kann der Kompost auch als lockere Mulchschicht liegen bleiben, wo er nach und nach von Regenwürmern und Mikroorganismen weiter in den Boden eingearbeitet wird. Besonders Beete, die im Frühjahr neu bepflanzt werden sollen, profitieren von dieser Gabe schon jetzt.
Was noch nicht ganz reif ist, bleibt am besten im Haufen zurück und bekommt über die kommenden Wochen weiter Zeit, sich zu zersetzen, bevor auch dieser Teil irgendwann in die Beete wandert. Ein Blick auf den Haufen zeigt meist deutlich, welche Bereiche schon fein und dunkel sind und welche noch erkennbare Stücke enthalten.
Wer den fertigen Kompost regelmäßig vor dem Herbst in die Beete einarbeitet, sorgt für einen Boden, der über die Jahre spürbar lebendiger und fruchtbarer wird. Es ist eine einfache, wiederkehrende Aufgabe, die den ganzen Garten langfristig stärkt.